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Bayreuther Gespräche 2008

4. Bayreuther Gespräche – im Wilhelm Leuschner Haus unter Mitwirkung der DTG Bayreuth Thema: Widerstand gegen den Nationalsozialismus Mit dem Grußwort vom Landrat Herman Hübner bekam diese Veranstaltung den richtigen Ansatz. Unter anderem verlangt er mehr Informationen über die Nazizeit für unsere Jugend. Widerstand bedeutet vor allem Zivilcourage – gerade heute im Hinblick auf die Aktivitäten der NPD in unserem Landkreis ist besondere Vorsicht und Wissen von Bedeutung. Als letzter Redner fesselte der junge tschechische Historiker Tomáš Okurka vom Museum Ústí n/Labem (Aussig) die Zuhörer durch sehr fundierten und informativen Vortrag über den Widerstand gegen NS in der CSR vor und während des 2.Weltkrieges. Gegliedert in den Widerstand der Tschechen und Deutscher in der CSR, die anfängliche Zusammenarbeit und spätere Differenzen, erläuterte er anschaulich die damalige Situation sachlich, mit Übersicht und ohne Emotionen, wie es vor allem einem jungen Historiker möglich ist. Er führte durch die unheilvolle Entwicklung nach dem Krieg und die Ausweisung der Sudetendeutschen inkl. der Antifaschisten. Mit Genugtuung erwähnte er die tschechische „Erklärung“ vom 2005, die eine Entschuldigung enthält. Außerdem ein Projekt, das mit 1 Million Kronen dotiert ist und deutsche Antifaschisten interviewt zur Klärung ihrer Tätigkeit im Widestand. Wir danken ihm für diese besonderen Informationen und hoffen, dass bald alle noch bestehenden Barrieren zwischen unseren Völkern beseitigt werden, damit wir alle in Frieden mitten in Europa leben können. Politiker beider Staaten, lernt von den Historikern und den einfachen Menschen, die fähig und gewillt sind, sich die Hände zu reichen! Eine Ausstellung zum Thema: „Deutsche Antifaschisten in böhmischen Ländern“

VERGESSENE HELDEN sehen Sie in Dresden am Münchner Platz noch bis 23.November 2008. www.zapomenutihrdinove.cz

K.Jurosz

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4. Bayreuther Gespräche im Leuschner-Geburtshaus
am 29.9.2008

Quelle: http://www.wilhelm-leuschner-stiftung.de

Die ‚Bayreuther Gespräche’ der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Leuschner-Geburtshaus, Moritzhöfen 25, standen heuer unter dem Motto „Das Erbe des europäischen Widerstands gegen die NS-Diktatur und die Bedeutung im europäischen Einigungsprozess’. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Hermann Hübner wurde in einem wissenschaftlichen Symposion mit deutschen und tschechischen Referenten die Dimension dieses Erbes diskutiert. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Stefan Specht, der an Leuschners Vermächtnis ‚Schafft die Einheit’ erinnerte, eröffnete der Bayreuther Landrat die Veranstaltungen. Er wies auf die aktuellen Ereignisse der Provokation der NPD im Fichtelgebirge hin und betonte die Notwendigkeit sich mit dem Widerstand Leuschners und seiner Mitstreiter zu beschäftigen. Besonders hob er die Jugendarbeit der Stiftung hervor, die einen Gegenpol der demokratischen Erziehung gegen die ‚Ewiggestrigen’ darstelle. Im anschließenden Symposion sprach der Publizist Dr. Axel Ulrich aus Wiesbaden, ein ausgewiesener Experte des Widerstands der Arbeiterbewegung gegen das NS-Regime, über das reichsweite Netz des Widerstands das Wilhelm Leuschner von 1938 bis 1944 in Deutschen Reich und in den besetzten Ostgebieten während des Krieges geknüpft hatte. Dessen zahlenmäßige Bedeutung für den zivilen Widerstand wird nach seiner Auffassung von der Mehrzahl der Historiker völlig unterschätzt. Er wies auf die Bedeutung der Leuschner-Stiftung für die historische Aufarbeitung dieses Erbes hin und forderte die Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund sich endlich zu einer angemessenen finanziellen Förderung dieser Arbeit durchzuringen.

4. Bayreuther Gespräche im Leuschner-Geburtshaus

Der Privatdozent an der Mainzer Universität, Dr. Reiner Tosstorff erhellte anhand der Ereignisse in Genf im Frühjahr 1933 die Rolle Wilhelm Leuschners im europäischen Widerstand. Seine zahlreichen Auslandsverbindungen über die internationale Arbeiterbewegung waren für den Aufbau des Widerstandsnetzes von entscheidender Bedeutung.

Der Historiker Tomas Okurka aus Usti nad Labem (Aussig in Nordböhmen) in Tschechien, der dort eine Ausstellung zum Widerstand deutscher Einwohner in Nordböhmen erarbeitet hat, betonte die Notwendigkeit diesen Widerstand in das heutige Bewusstsein zu rücken. Dieser deutsche Widerstand war nach 1945 in der Tschechoslowakei nahezu verdrängt. Auch die deutschen NS-Gegner wurden 1945/46 in so genannten ‚antifaschistischen Transporten’ ausgesiedelt. Erst seit zwei Jahren wird von der tschechischen Regierung ein Projekt finanziert, dessen Ergebnisse in einer Ausstellung zusammengefasst wurden. Diese Ausstellung ‚Vergessene Helden – Deutsche Antifaschisten in den Böhmischen Ländern’ wird im Oktober in Berlin und anschließend auch in München gezeigt.

In der anschließenden Diskussion wurde auf die Notwendigkeit dieses grenzüberschreitenden Austausches von historischer Forschung und deren Weitergabe an die junge Generation diskutiert. Die Vorsitzende der mitveranstaltenden Deutsch-Tschechischen Gesellschaft Bayreuth, Kristina Jurosz, wies darauf hin, dass die Stadt Bayreuth im November 2008 mit einer Gebietsregion in Prag eine Städtepartnerschaft abschliessen. Herbert Schmid vom Kooperationspartner ‚Arbeit und Leben Bayern’, verwies auf die Jugendarbeit seiner Organisation, die am 26. Oktober 2008 in Regensburg ein Treffen von deutschen Jugendlichen mit tschechischen Zwangsarbeitern veranstaltet. Alles Meilensteine auf dem Wege im Sinne der Impulse der Bayreuther Gespräche den europäischen Einigungsprozess aus dem Erbe des Widerstands zu befruchten, wie der Stiftungsvorstand Wolfgang Hasibether zum Abschluss des Symposions zusammenfasste.

Am Abend wurde dann von dem Münchner Komponisten, Dietrich Lorenz, ein Gesprächskonzert unter dem Titel ‚Widerstand in der Sprache der Musik’ gegeben. Anhand der Werke von Beethoven, Chopin und einiger Jazzmusiker, allen voran Scott Joplin, erläuterte die Funktion der Musik sowohl für die Mächtigen wie auch für die im Widerstand gegen Machmissbrauch aktiven Menschen.

Eine weitere Vorstellung dieser Vermittlung von Musik wird als Veranstaltung der Wilhelm-Leuschner-Stiftung im Steingraeber Haus Bayreuth zum 70. Jahrestag der so genannten ‚Kristallnacht’ der Nazis am 10. November 2008 zu erleben sein.

Quelle: http://www.wilhelm-leuschner-stiftung.de


Bayreuther Gespräche 2007

Wilhelm Leuschner

Wilhelm Leuschner 1890-1944
Die Veranstaltung „Bayreuther Gespräche“ im Wilhelm Leuschner Haus stand in diesem Jahr im Zeichen des gemeinsamen Europas.
Die W. Leuschner Stiftung hat deshalb die Themen nach Tschechien – den nächsten Nachbarn – ausgeweitet.
Nach den Grußworten von Herrn Regierungspräsident W. Wenning und Herrn OB Dr. Michael Hohl hat das erste Referat Dr. Jan Šícha aus Prag zum Thema „Widerstand gegen Nationalsozialismus“ gehalten. In sehr anschaulicher Art mit fundiertem Wissen und erfrischenden Situationswitz hat er die Widerstandverhältnisse im BöhmischMährischen Protektorat zur Zeit des 3. Reiches geschildert.
Nach den Grußworten von Herrn Regierungspräsident W. Wenning und Herrn OB Dr. Michael Hohl hat das erste Referat Dr. Jan Šícha aus Prag zum Thema „Widerstand gegen Nationalsozialismus“ gehalten. In sehr anschaulicher Art mit fundiertem Wissen und erfrischenden Situationswitz hat er die Widerstandverhältnisse im BöhmischMährischen Protektorat zur Zeit des 3. Reiches geschildert. Alle Zuhörer haben sich darauf geeinigt, dass
man im Allgemeinen sehr wenig darüber weiß.
Am zweiten Tag der Veranstaltung ist Frau Krejsová aus VolarySüdböhhmen
als Autorin des Buches „ Über Volary ist der Tod gegangen“ zu Wort gekommen. Sie hat in bewegenden Worten die Umstände des „Todesmarsches“ von Helmbrechts nach Volary am Ende des
2. Weltkrieges geschildert. In Volary haben 95 jüdische Frauen das Leben gelassen und sind dort beerdigt.
DTG ist Mitveranstalter der heurigen Veranstaltung, hat den Referenten aus Prag und eine Dolmetscherin für die Gäste aus Volary vermittelt.
Es ist uns ein Bedürfnis auch unseren Mitgliedern die Kenntnis über beide Themen zu vermitteln und deshalb wollen wir beide Referenten im nächsten Jahr in die DTG einladen.
Die Veranstaltung wird im kommenden Jahr in unser Programm eingebaut.